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SPORT

Stadionpacht: Kompromiss ausgehandelt

Stadionpacht: Kompromiss ausgehandelt
Stadt darf Stadiongesellschaft Kapital zufĂŒhren – hohe Auflagen fĂŒr FCK in neuem Pachtvertrag angedacht.

Angesichts der vom FCK beantragten Mietminderung fĂŒr das Fritz-Walter-Stadion hat OberbĂŒrgermeister Klaus Weichel mit dem PrĂ€sidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Thomas Linnertz und der fĂŒr die Kommunalaufsicht zustĂ€ndigen VizeprĂ€sidentin Begoña Hermann vorgestern in Trier einen Kompromiss ausgehandelt. Die Stadt darf demnach der Fritz-Walter-Stadion GmbH kĂŒnftig jĂ€hrlich den durch eine reduzierte Pachtzahlung ...


... verursachten Fehlbetrag zufĂŒhren, ohne dass dies andere freiwillige Leistungen der Stadt mindert. Im Gegenzug erfolgt die bereits in der Vergangenheit wiederholt von der Aufsichtsbehörde geforderte Anhebung der HebesĂ€tze. RĂŒckwirkend zum 1. Januar 2018 soll demnach der Hebesatz der Grundsteuer B von 460 auf 525 Prozent erhöht werden.

Mit dem FCK wird ein neuer, an die aktuellen sportlichen VerhĂ€ltnisse und die Kreditlaufzeit angepasster Pachtvertrag vereinbart, mit dem der Fußballclub unter anderem zur RĂŒckzahlung der stĂ€dtischen Mittel ĂŒber Besserungsscheine verpflichtet werden soll. Am 26. Februar wird hierĂŒber der Stadtrat in einer Sondersitzung entscheiden.

„Die Erhöhung der Grundsteuer ist eine bittere Pille, aufgrund der vertraglichen und finanziellen Situation aber derzeit leider alternativlos“, so OberbĂŒrgermeister Klaus Weichel. „Unserem Ansinnen, der Stadiongesellschaft unter die Arme zu greifen, ohne dass diese Hilfe in die Freiwilligen Leistungen durchschlĂ€gt, ist die Aufsichtsbehörde nachgekommen.“

Als sogenannte „Freiwillige Leistung“ hĂ€tte die jĂ€hrliche KapitalzufĂŒhrung an die Stadiongesellschaft mit sĂ€mtlichen von der Stadt unterstĂŒtzten Kultur-, Jugend- oder Sporteinrichtungen um einen gedeckelten Finanztopf konkurriert. „Kurz gesagt: FĂŒr die Gegenfinanzierung der Stadionmiete hĂ€tten wir BĂ€der oder stĂ€dtische Kultureinrichtungen schließen mĂŒssen.

Eine solche Entwicklung galt es mit allen Mitteln zu verhindern“, so der OB. „Angesichts unserer ohnehin extrem angespannten Haushaltslage können wir die KapitalzufĂŒhrung aber ohne eine Steuererhöhung nicht stemmen“, so Weichel.

Laut dem bislang bestehenden und bis 2028 laufenden Pachtvertrag bezahlt der FCK ligaabhÀngig 3,6 Millionen Euro in der 1. Liga beziehungsweise mindestens 2,4 Millionen Euro pro Jahr (Zweite Liga) an die Stadiongesellschaft. Der nun vorliegende Antrag auf Pachtminderung sieht in der zweiten Liga eine dauerhafte Reduzierung auf 2,4 Millionen Euro vor, in der dritten Liga auf 425.000 Euro. Die Stadiongesellschaft benötigt pro Jahr jedoch rund 3,2 Millionen Euro, um ihren Verpflichtungen nachkommen zu können, allen voran die jÀhrlichen Zinszahlungen in Höhe von 2,95 Millionen Euro, mit denen bis zum Jahr 2036 der Kredit zum Kauf des Stadions in Höhe von 65 Millionen Euro `bedientŽ werden muss.

„Der bestehende Pachtvertrag wurde in der Erwartung ausgehandelt, der FCK spiele mittelfristig wieder in der Bundesliga. Wir brauchen daher angesichts der neuen sportlichen und damit auch finanziellen Situation dringend einen neuen Vertrag“, erklĂ€rt der OB. Darin soll der FCK unter anderem durch so genannte Besserungsscheine verpflichtet werden, die KapitalzufĂŒhrungen schnellstmöglich zurĂŒckzuzahlen, im Falle einer erneuten Bundesligazugehörigkeit spĂ€testens im zweiten Jahr.

In der ersten Liga soll zudem die Miete pro Jahr von zunĂ€chst 3,6 Millionen Euro auf mindestens 4,5 Millionen Euro im dritten Jahr ansteigen. FĂŒr die zweite Liga soll der neue Vertrag weiterhin eine Miete von 2,4 Millionen Euro vorsehen, fĂŒr die dritte Liga „mindestens“, so der OB, 425.000 Euro. Auch soll es dem FCK nicht mehr möglich sein, anstehende Zahlungen durch anzurechnende Investitionen ins Stadion auszugleichen, wie dies in der Vergangenheit öfters der Fall war.

„Der FCK muss einen erkennbaren Eigenbeitrag leisten“, so Weichel, „da kommt alles auf den PrĂŒfstand. Das gilt auch fĂŒr den Verwaltungsapparat!“. Zur besseren Kommunikation habe die ADD empfohlen, einen Vertreter der Stadt als stĂ€ndigen Beobachter in den FCK-Aufsichtsrat zu entsenden, so das Stadtoberhaupt. Weichel sprach von einem Gesamtpaket, das es nun zu schnĂŒren gelte – und mit dem sich am 26. Februar der Stadtrat befassen soll.

(Quelle: Stadtverwaltung Kaiserslautern)

 


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